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Krameramtsstuben in Hamburg

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Die Krameramtsstuben bzw. Kramerwitwen-Wohnungen, unweit vom Michel gelegen, erinnern noch an die Zeit, in der viele Hamburger in den sogenannten Gängevierteln vor 1900 gewohnt haben.

Auf dem Bild rechts ist in dem mittleren Gebäude (mit Restaurant) ein Torweg, durch den man zu den Wohnungen hin gelangt.

Die Krameramts-Wohnungen wurden im 1700 Jahrhundert von einer zunftähnlichen Vereinigung, dem Krameramt gebaut.

Dies war ein Zusammenschluß von Ladenbesitzern, die Waren wie Gewürze, Eisenwaren, Stoffe und andere Güter verkauften. Begriffe wie Kleinkram, Kramladen oder Krämerladen dürften daraus entstanden sein.

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Wenn man durch den Torweg gegangen ist, fällt der Blick zunächst auf das links abgebildete Geschäft, in dem unter anderem diverse Tee-Sorten und Porzellan-Artikel verkauft werden.

Es gehört aber schon zum historisch erhaltenen Gebäude-Komplex.

Ein paar Schritte weiter blickt man in einen dieser schmalen Gänge. Hier sind links und rechts die Gebäude zu sehen, in denen sich die Wohnungen befinden.

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Diese Wohnungen dienten den Witwen der 'Krämerseelen' (Ladenbesitzern) nach deren Tod als Unterkunft, da die Frauen damals noch nicht geschäftsfähig waren und somit weder den Laden weiterführen noch in den zum Geschäft gehörenden Räumen weiter wohnen durften.

Die Witwen konnten in diesen Wohnungen mietfrei wohnen und erhielten darüber hinaus noch Holzkohle (zum Kochen?) und eine kleine finanzielle Unterstützung. Für damalige Verhältnisse also schon eine sehr soziale Angelegenheit.

Heute vermitteln diese Wohnungen zwar mehr den Charme von Puppenstuben und waren für eine Person durchaus genügend. Wenn man aber bedenkt, daß in den Gängevierteln auch viele arme Familien mit großer Personenzahl auf engstem Raum in solchen Wohnungen zusammenlebten, verliert sich dieser Eindruck rasch.

Dazu kommt, daß die Bauweise früher wesentlich höher war, 3 - 4 Stockwerke, so daß die Sonne kaum Zugang in die Gänge fand.